Kranichvögel

Kranichvögel-Kursdesign

1. EINFÜHRUNG

Zur Ordnung der Kranichvögel gehören u.a. die Familien der Rallen, der Kraniche und der Trappen. Innerhalb dieser Familien gibt es eine Vielzahl von Arten. Für deine Jagdprüfung sind aber bei weitem nicht alle für dich relevant. Deshalb stellen wir dir im Folgenden nur die für deine Jagdprüfung wichtigsten vor: Blässhuhn, Teichhuhn, Wiesenralle, Kranich und Großtrappe.

Übersicht Kranichvögel

Abbildung: Das “Handbook of the Birds of the World” zählt die Familie der Trappen zu der Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes). Neue Analysen legen aber den Schluss nahe, dass die Trappen der Ordnung der Otidiformes zuzuzählen sind. Diese Information braucht dich für deine Jagdprüfung nicht näher zu interessieren. Zu der Ordnung der Kranichvögel zählen auch noch weitere Familien. Wir schauen uns aber nur die für deine Prüfung relevanten an.    

2. RALLEN

2. 1 BLÄSSHUHN

Das Blässhuhn wird auch als Blässralle bezeichnet. Es bevorzugt nährstoffreiche Gewässer, weshalb es häufig auch zusammen mit der Stockente anzutreffen ist. Das Blässhuhn ist ein Wasservogel, der stehende oder langsam fließende Gewässer mit ausreichend großen Schilfbereichen bevorzugt. Hier kann es gut seine aus dem Wasser ragenden Nester bauen. In Dorfteichen und Stadtparks ist es aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit aber gleichermaßen anzutreffen.

Blässhuhn Nest und Jungen

Abbildung: Die Nester von Blässhühnern ragen aus dem Wasser heraus und werden dicht am Ufer, meist im Schilf angelegt.

Seine Nahrung sucht das Blässhuhn bei Tauchgängen unterhalb der Wasseroberfläche. Es ernährt sich sowohl von Wasserpflanzen als auch von Kleintieren und Insekten.

Den Namen bekommt der sonst schwarze Vogel von der Blässe auf der Stirn. Blässhühner haben Schwimmlappen an den Zehen. Während der Brut zeigen sie gegenüber Artgenossen ein territoriales Verhalten. Die Jungen sind Nestflüchter und an ihrem roten Kopf zu erkennen.

Blässhuhn territorial

Abbildung: Blässhühner zeigen während der Brut ein territoriales Verhalten.

Das Blässhuhn unterliegt dem Jagdrecht und ist in § 2 Bundesjagdgesetz bei den Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, aufgelistet. In den meisten Bundesländern hat es eine Jagdzeit.

Blässhuhn 2

Abbildung: Ein Blässhuhn. Schön zu sehen ist die Blässe auf der Stirn.

2. 2 TEICHHUHN

Das Teichhuhn wird auch als Teichralle bezeichnet. Es ist kleiner als das Blässhuhn und hat eine rote Stirn sowie eine gelbe Schnabelspitze. Der wissenschaftliche Name Gallinula chloropus bedeutet so viel wie grünfüßiges Hühnchen, was auf seine grünen Ständer zurückzuführen ist.

Teichhuhn

Abbildung: Schön zu sehen sind die grünen Ständer des Teichhuhns.

Das Teichhuhn bevorzugt – wie das Blässhuhn auch – nährstoffreiche bis stark eutrophe Gewässer (erinnerst du dich noch an die Entenvögel? Hier hatten wir den Begriff der Eutrophierung erstmalig kennengelernt). Es bevorzugt ebenfalls stehende oder langsam fließende Gewässer mit ausreichend großen Schilfbereichen. Es ist sehr anpassungsfähig, weshalb man es auch in Dorfteichen und Stadtparks antreffen kann.

Das Teichhuhn unterliegt nicht dem Jagdrecht.

Teichhuhn im Wasser (männlich)

Abbildung: Das Teichhuhn hat eine rote Stirn und eine gelbe Schnabelspitze.

2. 3 WIESENRALLE / WACHTELKÖNIG

Erinnerst du dich noch an die Einheit Hühnervögel – Glattfußhühner – Wachtel? Hier hatten wir die Wiesenralle schon einmal kennengelernt. Die Wiesenralle (auch Wachtelkönig) ähnelt nämlich stark der Wachtel, ist aber größer, daher der Name Wachtelkönig. Im Vergleich zu den zwei oben vorgestellten Rallen, ist die Wiesenralle auch kein Wasservogel. Sie bewohnt den gleichen Lebensraum wie die Wachtel, d.h. offene Flächen, bestehend aus Wiesen oder Feldern (insbesondere Getreide- und Hackfrüchte), die kleinparzelliert sind und ihnen ausreichend Deckung bieten.

Wachtelkönig oder auch Wiesenralle

Abbildung: Die Wiesenralle.

Einen Großteil der Nahrung machen Insekten, Regenwürmer, aber gelegentlich auch kleine Frösche aus, weshalb die Wiesenralle ein Zugvogel und damit bei uns nur in der wärmeren Jahreszeit anzutreffen ist. Die Wiesenralle ist stark gefährdet. Sie unterliegt nicht dem Jagdrecht, sondern dem Naturschutzrecht.

Wachtelkönig

Abbildung: Die Wiesenralle wird auch Wachtelkönig genannt.

3. KRANICH

Der Kranich unterliegt ebenfalls nicht dem Jagd- sondern dem Naturschutzrecht. Markant ist sein Flugbild mit ausgestrecktem Hals und ausgestreckten Ständern. Kraniche bevorzugen Feuchtgebiete, wie Sumpfgebiete oder Bruchwälder als Lebensraum.

Kranich auf Wiese

Abbildung: Der Kranich.

Der Kranich hat seine Brutgebiete in ganz Skandinavien und Finnland sowie in Polen und im Nordosten Deutschlands. Außerdem besiedelt er große Gebiete Russlands. Ausgehend von diesen Brutgebieten zieht er in den Wintermonaten in wärmere Gebiete, wie beispielsweise Spanien oder Nordafrika. Zwischen Mitte August und Mitte Oktober erreichen große Rastgruppen – während ihres Zuges in den Süden – das deutsche Festland. Dieses Bild ist dir sicher bekannt, wenn zwischen Mitte August und Mitte Oktober große Kranichschwärme auf den Feldern stehen.

Kraniche im Flug

Abbildung: Kraniche sind Zugvögel.

Kranichschwärme auf den Feldern

Abbildung: Auf ihrem Zug machen Kraniche u.a. Rast in Deutschland. Im Nordosten Deutschlands hat der Kranich aber auch Brutgebiete.

4. GROSSTRAPPE

Die Trappe ist einer der schwersten flugfähigen Vögel weltweit. Mit einem Gewicht von bis zu 16 kg (Hahn) sind sie daher eher Laufvögel. Die Henne wiegt nur ungefähr halb so viel wie der Hahn. Der Hahn ist an seinen weißen langen Bartfedern zu erkennen.

Großtrappe

Abbildung: Der Hahn einer Großtrappe. Schön zu erkennen ist der „Bart“.

Die Großtrappe ist ein Steppenbewohner, der in Mitteleuropa in großen Heidelandschaften und auf großen brachliegenden Flächen vorkommt, die weitestgehend störungsfrei sein sollten. Die Großtrappe ist in Deutschland vom Aussterben bedroht, weshalb es z.B. in Brandenburg große Wiederansiedlungsprojekte gibt. Trappen sind Bodenbrüter und die Jungen Nestflüchter. Die Großtrappe unterliegt dem Jagdrecht, ist aber ganzjährig geschont.   

Großtrappe

Abbildung: Abbildung: Trappen leben außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeit gesellig in Gruppen zusammen.