Marderhund

Raubwild-Marderhund
Steckbrief_Marderhund
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Grundlagen. Aufgrund der Maske im Gesicht, weist der Marderhund eine gewisse Ähnlichkeit zum Waschbären auf. Allerdings unterscheiden sich Marderhund und Waschbär wesentlich im Körperbau. So gehört der Marderhund zu den Hundeartigen und klettert daher nicht, wohingegen der Waschbär zu den Kleinbären zählt und ein guter Kletterer ist. Im Englischen wird der Marderhund aufgrund der gewissen Ähnlichkeit zum Waschbären auch „Racoon Dog“ (deutsch = Waschbärhund) genannt. Der Marderhund hat nur 4 Zehen, wohingegen der Waschbär 5 Zehen hat.

Hier merke ich mir: „Der Waschbär braucht mehr Zehen, da er auf Bäume klettert, um sich besser festhalten zu können. Dem Marderhund reichen 4, da er nicht klettert.“

Da der Marderhund (auch Enok genannt) zu den Hundeartigen gehört, hat er wie der Wolf und der Fuchs 42 Zähne und ein typisches Raubtiergebiss. Wie der Fuchs, ist der Marderhund ein Nahrungsgeneralist. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen daher neben Vögeln, kleinen Säugetieren und Insekten auch Früchte und Beeren.

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Marderhund_Waschbär_Vergleich

Abbildung: Links der Marderhund, rechts der Waschbär. Aufgrund der gewissen Ähnlichkeit wird der Marderhund im Englischen auch als Racoon Dog (dt. Waschbärhund) bezeichnet. Trotz der gewissen Ähnlichkeiten gehören sie zwei unterschiedlichen Familien an (Hundeartige und Kleinbären).

Jagd. Marderhunde sind in § 2 BJG nicht unter den Tierarten aufgelistet, die dem Jagdrecht unterliegen. Der Marderhund wurde aber von vielen Bundesländern zusätzlich auf die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen, weshalb er eine Jagdzeit hat und auf ihn die Jagd ausgeübt wird. Rüde und Fähe ziehen oft gemeinsam umher, weshalb du auf der Jagd gelegentlich auch die Möglichkeit bekommst, beide Stücke zu erlegen.  

Vorkommen. Der Marderhund bevorzugt einen hohen Gewässeranteil in seinem Lebensraum. Er mag Schilfbereiche, kommt aber auch in Mischwäldern vor.

Der Marderhund wird auch als Neozoa (Neozoen) bezeichnet, da er keine einheimische Art ist. Ursprünglich stammt er aus dem ostasiatischen Raum. Durch sein dichtes Fell wurde er oft in Pelzzuchtfarmen gehalten. Durch Ausbrüche oder Freilassungen kommt er heute auch bei uns vor. Durch fehlende natürliche Feinde und seine hohe Anpassungsfähigkeit konnten er sich rasant ausbreiten.

Lebensweise. Marderhunde sind – wie die anderen Hundeartigen auch – dämmerungs- und nachtaktiv. Während der Tageszeit halten sich Marderhunde gerne in Fuchs- oder Dachsbauen auf. Gerne halten sie sich auch in Schilfnestern auf. Charakteristisch für den Marderhund ist, dass er eine Winterruhe hält. Bitte verwechsle die Winterruhe nicht mit dem Winterschlaf. (Den Unterschied zeigen wir dir in dem Kapitel Exkurs: Winterruhe und Winterschlaf.)     

Marerhund_bearbeitet

Abbildung: Ein Marderhund.

Fortpflanzung. Der Marderhund lebt monogam, d. h. in Einehe. Die Ranzzeit des Marderhundes liegt im Februar/März und nach ca. 63 Tagen Tragzeit werden zwischen 4 und 8 Welpen gewölft. Rüde und Fähe beteiligen sich beide an der Aufzucht (wie bei dem Fuchs). Die Welpen werden ca. 2 Monate gesäugt (wie bei dem Fuchs). Wie Füchse auch, können Marderhunde bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif werden.