Schnepfenvögel

Schnepfenvögel

1. EINFÜHRUNG

Schnepfen sind Vögel, die überwiegend in sumpfigen Gebieten sowie auf Feuchtwiesen und in Flachwasserzonen vorkommen, weshalb sie dem ein oder anderen vielleicht auch unter dem Begriff Sumpfvögel bekannt sind. Innerhalb der Schnepfenvögel bildet die Waldschnepfe aber eine Ausnahme. Namensgebend bewohnt sie keine feuchten Gebiete, sondern Wälder. Die Waldschnepfe ist auch der einzige Schnepfenvogel, der dem Jagdrecht unterliegt.

Schnepfenvögel zeichnen sich durch ihre langen Ständer sowie den langen Schnabel aus. Damit sind sie an ihren Lebensraum (Feuchtwiesen, sumpfige Gebiete, …) optimal angepasst. Mit Hilfe der langen Ständer können sie durch das Wasser waten und der lange Schnabel ermöglicht ihnen die Nahrungssuche im Flachwasser. Den Schnabel der Schnepfen bezeichnen wir auch als Stecher. Die Nahrungssuche bezeichnen wir demzufolge als Stechen oder als Wurmen.    

Insbesondere der Schwund von geeigneten Lebensräumen – wie Feuchtwiesen und Flachwasserzonen – haben zu einem drastischen Rückgang der Schnepfenvögel geführt. Hinzu kommen verschiedene Fressfeinde, die den Schnepfenvögeln als Bodenbrüter und als bodennah lebenden Vögel zu schaffen machen. Neben dem Haarraubwild und verschiedenen Greifvögeln ist hier auch das Schwarzwild aufzuführen, dass sich an den Gelegen der Bodenbrüter bedient.  

2. WALDSCHNEPFE

Grundlagen. Die Waldschnepfe ist mit ca. 34 cm Länge in etwa so groß wie eine Taube. Der Schnabel ist 6 bis 8 cm lang. Die Körperteile der Schnepfe werden analog zu denen des übrigen Federwildes bezeichnet. So sind beispielsweise die „Beine“ weidmännisch die Ständer und die Flügel die Schwingen. Einige weitere Bezeichnungen solltest du speziell bei der Waldschnepfe aber noch kennen. So ist der lange Schnabel der Stecher. Die Malerfeder ist eine begehrte Jagdtrophähe, die unmittelbar vor der ersten Handschwinge sitzt. Sie besitzt eine Länge von gerade einmal 2,5 cm. Der Schnepfenbart -ebenfalls eine begehrte Jagdtrophäe – ist mit einer Länge von nur ca. 1 cm nochmals kleiner. Der Schnepfenbart ist ein fächerförmiger Federbüschel, der sich an der Bürzeldrüse der Waldschnepfe befindet.    

Schnepfe-Körperteile

Die Waldschnepfe findet ihre Nahrung an der Erdoberfläche, kann aber mit ihrem sehr langen und spitzen Schnabel ins weiche Erdreich eindringen und dort Würmer, sowie andere Insekten wie mit einer Pinzette herausziehen. Neben Würmern und Insekten zählen aber auch Sämereien und Beeren zum Nahrungsspektrum der Waldschnepfe.

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Abbildung: Deutlich zu sehen ist die Querbänderung auf dem Kopf der Waldschnepfe.

Jagd. Die Waldschnepfe ist in § 2 Bundesjagdgesetz bei den Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, aufgelistet. Demnach unterliegt sie als einziger Schnepfenvogel dem Jagdrecht. Bitte beachte hierzu unbedingt die jeweils geltenden Landesgesetz!   

Als Jagdtrophäen gelten bei der Waldschnepfe die Malerfeder und der Schnepfenbart.

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Abbildung: Die Abbildung zeigt den Sitz der Malerfeder.

Vorkommen. Waldschnepfen leben bevorzugt in hellen Mischwäldern sowie in dauerhaft feuchten Wäldern (z.B. Bruchwälder).

Lebensweise.  Waldschnepfen sind dämmerungsaktiv. Die Waldschnepfe ist ein Kulturflüchter. Sie ist wegen ihrer guten Tarnung und der heimlichen Lebensweise nur selten zu sehen. Sie vertraut dabei stark auf ihr Tarngefieder und verhofft dementsprechend lange. Sie streichen erst ab, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt.

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Abbildung:  Die Waldschnepfe ist auf dem Waldboden ausgezeichnet getarnt.

Die Waldschnepfe ist, wie die meisten anderen Schnepfenarten auch, ein Zug- und Strichvogel. Sie überwintert in West- und Südeuropa, sowie am Mittelmeer. Die Brutgebiete liegen allerdings in Mittel- und Nordeuropa. Jeweils im Herbst und im Frühjahr finden der Frühjahres- und der Herbstzug statt. Zu diesen Zeiten ziehen die Waldschnepfen zu den Brut- bzw. zu den Überwinterungsgebieten. Während des Zuges in die Brutgebiete im Frühjahr beginnt auch die Balz der Schnepfen.       

Waldschnepfe

Abbildung: Waldschnepfe. Schön zu sehen ist die Querbänderung auf dem Kopf.

Fortpflanzung. Während der Balz im Frühjahr (ab Ende März) hast du die besten Chancen, einmal die sehr seltenen Vögel zu Gesicht zu bekommen. Die Männchen fliegen dann in der Abenddämmerung auf der Suche nach Weibchen über die Bäume und über Waldlichtungen und lassen ihre charakteristischen Balzrufe verlauten. Der Balzflug wird auch als Schnepfenstrich bezeichnet. [Zu Erinnerung: Als Streichen bezeichnen wir das Fliegen der Vögel von A nach B. Erinnerst du dich noch an den Entenstrich? 😉] Die am Boden sitzenden Weibchen locken die Männchen mit ihrem Ruf und fordern sie damit zum Landen auf. Zwischen den Männchen kommt es zu Balzkämpfen, dem sogenannten Schnepfenduell.    

Für gewöhnlich legt die Waldschnepfe 4 Eier. Diese werden in eine kreisrund ausgeformte Mulde, die mit altem Gras, Laub, oder Moos ausgekleidet ist, gelegt. Folglich zählt die Waldschnepfe zu den Bodenbrütern. Die Eier sind braun gefleckt.

Nach ca. 22 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungvögel. Waldschnepfen sind Nestflüchter.

Die Waldschnepfe legt ihre Eier in eine kreisrund ausgeformte Mulde.

Abbildung: Die Waldschnepfe legt ihre Eier in eine kreisrund ausgeformte Mulde.

3. BEKASSINE

Die Bekassine unterliegt nicht dem Jagdrecht. Da aber vom Aussehen eine Verwechslungsgefahr mit der Waldschnepfe besteht, möchten wir dir diese hier einmal vorstellen. Bekassinen sind etwas kleiner als Waldschnepfen. Sie haben eine Länge von 23 bis 28 cm, besitzen aber ebenfalls einen sehr langen, dünnen Schnabel. Die Bekassine hat im Gegensatz zu der Waldschnepfe eine Längsbänderung auf dem Kopf. Zudem unterscheiden sich die Lebensräume der Waldschnepfe und der Bekassine. Die Bekassine bevorzugt – wie die meisten Schnepfenvögel – sumpfige Gebiete, Feuchtwiesen und Flachwasserzonen.

Bekassine-Waldschnepfe unterschied

Abbildung: Links die Bekassine, rechts die Waldschnepfe. Schön zu sehen ist die unterschiedliche Bänderung auf dem Kopf.

Bekassine

Abbildung: Die Bekassine bevorzugt – wie die meisten anderen Schnepfenvögel (Ausnahme: Waldschnepfe) –  sumpfige Gebiete sowie Feuchtwiesen und Flachwasserzonen.

4. GROSSER BRACHVOGEL

Der Große Brachvögel ist mit 50 bis 60 cm Länge und dem ca. 15 cm langen Stecher gut zu erkennen. Auch er besiedelt feuchte Wiesen sowie sumpfige Gebiete und Flachwasserzonen. Wie die meisten anderen Schnepfenvögel (Ausnahme: Waldschnepfe) unterliegt auch er nicht dem Jagdrecht.

Der Große Brachvogel

Abbildung: Der Große Brachvogel lässt sich aufgrund seiner Größe und aufgrund des gebogenen Stechers gut ansprechen.

5. ZUSAMMENFASSUNG

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