Büchsenmunition – Aufbau

Super, nach der Einheit Kipplaufwaffen möchten wir dir eine weitere Lehrvideoserie vorstellen. Hier vermitteln wir die theoretischen Inhalte mit Hilfe eines Whiteboards. Das hilft dir auch komplexe theoretische Themengebiete visuell zu erfassen und das Wissen langfristig und nachhaltig abzuspeichern.

In dem Gesamtkurs Waffenkunde hast du Zugang zu insgesamt 17 Lehrvideos dieser Art, die sich mit den Themengebieten Büchsenmunition, Flintenmunition und Ballistik auseinandersetzen. Zusätzlich findest du Videoformate in einem etwas anderen Stil zu den Themengebieten Jagdoptik oder auch Kalte/Blanke Waffen.

Büchsenmunition: Aufbau

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

Geschoss und Patronenhülse

Büchsenpatronen werden aus gezogenen Läufen verschossen, d. h. aus Läufen mit Zügen und Feldern, die das Geschoss in einen Drall versetzen, um die Flugbahn zu stabilisieren. Von außen sichtbar sind zwei wesentliche Bestandteile der Büchsenpatrone: (1) Geschoss und (2) Patronenhülse. 

1) Geschoss

Das Geschoss kann unterschiedlich konstruiert sein. Wir unterscheiden u. a. zwischen Voll- und Teilmantelgeschossen, Zerlegungs- und Deformationsgeschossen sowie zwischen verschiedenen Formen und Materialien. Genaueres dazu kannst du der Einheit zum Thema Büchsenmunition_Geschosse entnehmen. 

bullet Illustration

Bild: Beispiel eines Büchsengeschosses.

2) Patronenhülse

Die Patronenhülse ist häufig aus Messing gefertigt. Bei der Patronenhülse unterscheiden wir zwischen Patronen mit Rand und Patronen ohne Rand sowie Gürtelhülsen. 

  • Patronen mit Rand kommen in der Regel in Kipplaufwaffen zum Einsatz. Der Rand dieser Patronen steht leicht über die Hülse hinaus. 

  • Patronen ohne Rand kommen in der Regel in Repetierern oder Selbstladern zum Einsatz. Diese Patronen verfügen über eine kleine Einkerbung (Rille) in die die Auszieherkralle des Repetierers greift, um die abgeschossene Patronenhülse aus dem Patronenlager zu befördern. Gürtelhülsen sind ebenfalls randlose Patronen. Sie liegen mit dem „Gürtel“ an der Innenseite des Patronenlagers an.

Patronen mit und ohne Rand

Abbildung: Drei verschiedene Patronenhülsen: Patrone mit Rand, Patrone ohne Rand und Gürtelhülse.

Bei Patronen mit Rand wird der korrekte Verschlussabstand bzw. die korrekte Position im Patronenlager durch den Rand hergestellt, bei Patronen ohne Rand, z. B. Flaschenhalspatronen durch die Hülsenschulter und bei Gürtelhülsen durch den „Gürtel“.

Zentralfeuer- und Randfeuerpatronen

Bei Büchsenpatronen unterscheiden wir zusätzlich zwischen:

1) Zentralfeuerpatronen
2) Randfeuerpatronen 

1) Zentralfeuerpatronen verfügen über ein Zündhütchen im Zentrum der Patrone. Auf dieses Zündhütchen schlägt der Schlagbolzen, um letztendlich den Schuss auszulösen. Bei Zentralfeuerpatronen unterscheiden wir nochmals zwei wesentliche Konstruktionen:

  • Amboss-Zündung: Verfügt über ein Zündloch.

  • Berdan-Zündung: Verfügt über zwei Zündlöcher.

Berdan_Amboss

Abbildung: Drei verschiedene Zündungsarten. Amboss-Zündung und Berdan-Zündung als Zentralfeuerpatrone und rechts die Randfeuerpatrone.

2) Randfeuerpatronen verfügen über kein Zündhütchen im Zentrum des Patronenbodens. Der Schlagbolzen schlägt auf den Rand der Patrone, um dadurch die im Patronenrand befindlichen Zündmasse auszulösen. Das Bild unten zeigt eine verschossene Randfeuerpatrone. Sichtbar ist die Delle am Rand der Patrone, die durch den Schlagbolzen verursacht wurde. 
Randfeuerpatronen kommen in erster Linie bei kleinkalibrigen Patronen zum Einsatz. Hier kannst du dir merken, dass bei kleinkalibrigen Patronen kein Platz für das gesamte Zündelement ist. Randfeuerpatronen kommen in Kalibern wie .22 lfB vor. Ab einem Kaliber von .22 Hornet sind Zentralfeuerpatronen die Regel. 

Zentral und Randfeuer

Bild: Links die Randfeuerpatrone, bei der der Schlagbolzen auf den Rand der Patrone schlägt (hier: Kaliber .22 lr), rechts die Zentralfeuerpatrone, bei der der Schlagbolzen in das Zentrum der Patrone schlägt (hier: Kaliber 7×64). Das Zündhütchen im Zentrum der Zentralfeuerpatrone ist deutlich zu erkennen.

Dirty Used .22 LR shell casing on black

Bild: Eine verschossene Randfeuerpatrone. Deutlich erkennbar ist die Delle am Rand der Patrone, die durch den Schlagbolzen verursacht wurde.

Treibladung

Früher war es gängig, Schwarzpulver als Treibladung zu verwenden. Heutzutage wird Nitro-Cellulose-Pulver verwendet. Bei Nitro-Cellulose-Pulver unterscheiden wir grundsätzlich: 
1) Progressives Nitro-Cellulose-Pulver: Progressives Pulver ist langsam abbrennend. Es kommt in Büchsenpatronen zum Einsatz.  
2) Offensives Nitro-Cellulose-Pulver: Offensiver Pulver ist schnell abbrennend. Es kommt in Flinten- und Kurzwaffenpatronen zum Einsatz. 

Allerdings ist der Übergang zwischen progressivem und offensivem Nitro-Cellulose-Pulver in der Praxis fließend. Du solltest aber wissen, dass es diese zwei grundlegenden Unterscheidungen gibt.