Wolf

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Raubwild_Wolf
Steckbrief_Wolf

Grundlagen. Der Wolf ist der größte in Deutschland vorkommende Vertreter des Raubwildes. Er ist der Vorfahre des Hundes und hat -wie alle Hundeartigen auch – 42 Zähne. Zum Nahrungsspektrum des Wolfes gehört jegliches Schalenwild, aber auch Raubwild, Nutztiere, sowie kleine Säugetiere, wie bspw. Mäuse. Besonders bei gewichtsmäßig schwereren Beutetieren bevorzugt der Wolf junge bzw. alte oder kranke Stücke. Wölfe verfügen über einen sehr guten Gehör- und Geruchssinn.   

Jagd. Der Wolf unterliegt in Deutschland nicht dem Jagdrecht, sondern dem Naturschutzrecht und ist durch die FFH Richtlinie streng geschützt.

In einem Positionspapier von 2018 forderte der Deutsche Jagdverband die Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen im Umgang mit dem Wolf zu schaffen. Eine Ausnahme im Umgang mit dem Wolf bildet Sachsen. Hier zählt der Wolf zu den jagdbaren Arten, aber er ist ganzjährig geschont. Somit dürfen problematische Wölfe entnommen werden, die z.B. dem Menschen zu nahekommen. Durch die besondere Unterschutzstellung ist die Anzahl der Wölfe in Deutschland zunehmend. Laut Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz gibt es 105 Wolfsrudel in Deutschland (Stand 2019). Der Deutsche Jagdverband geht von 1.300 Wölfen in Deutschland aus (Stand 2019). Durch die Zunahme der Wolfsbestände kommt es durch vermehrte Nutztierrisse zu Konflikten zwischen Nutztierhaltern und Wölfen. Auch im Hinblick auf den Schutz der Jagdhunde während der Jagdausübung kommt es immer wieder zu Diskussionen im Umgang mit dem Wolf. So wurde ein Jäger beispielsweise angeklagt, weil einen Wolf tötete, der Jagdhunde angegriffen hatte. Der Deutsche Jagdverband fordert daher Rechtsklarheit im Umgang mit dem Wolf und bundeseinheitliche Regelungen.

In Jagdrevieren mit Wolfsvorkommen wird häufig von einer Verhaltensänderung des Wildes berichtet, was veränderte Bejagungsmethoden in Wolfsgebieten erfordert.

Vorkommen. Der Wolf bevorzugt für gewöhnlich große störungsfreie Waldgebiete. Allerdings kommen Wölfe in einer Vielzahl von Habitaten vor. So ist er häufig auch auf offenen Flächen (z.B. Truppenübungsplätzen) anzutreffen. Durch die steigenden Bestände in Deutschland wird sichtbar, wie anpassungsfähig der Wolf ist. Der Wolf hält sich mittlerweile auch in menschennäheren Gebieten auf und lässt sich nur bedingt durch menschliche Störungen beeinflussen.

Wolf_Wildtierkunde

Abbildung: Wölfe sind sehr anpassungsfähig und bevorzugen daher neben großen störungsfreien Waldgebieten auch offene Flächen.

Lebensweise. Wölfe leben im Rudel und haben strenge Hierarchien (Rangordnung). Allerdings kommen auch einzelne Wölfe und Wolfspaare vor. Wenn sich ein Wolfspaar ein Territorium ausgesucht hat, zieht es dort seine Welpen (in der Regel 4 – 8 Welpen) auf und jagt mit ihnen gemeinsam im Rudel. Der Wurf, der ein Jahr später gewölft wird, wird ebenfalls in das bestehende Rudel integriert. Mit einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren verlassen die jungen Rüden das Rudel, gefolgt von einigen weiblichen Jungtieren. Diese ziehen dann weiter in neue Territorien, suchen sich dort ebenfalls einen Partner und beginnen die Reproduktion. Somit setzt sich ein Wolfsrudel immer aus den beiden Elterntieren, den Jungtieren aus dem Vorjahr und den Welpen des aktuellen Jahres zusammen. Wölfe sind grundsätzlich dämmerungs- und nachtaktiv. Verschiedene Aufnahmen und Beobachtungen in Revieren haben aber auch schon eine gewisse Tagaktivität festgestellt.

wolfsrudel

Fortpflanzung. Wölfe leben monogam. Die Ranzzeit (Paarungszeit) findet zwischen Januar und März statt. Wie Hunde auch, haben Wölfe eine Tragzeit von ca. 63 Tagen.